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Systemisches Coaching: Dein Gamechanger im Sport

  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Du stehst am Elfmeterpunkt. Der Torwart wartet, tausend Augen schauen zu, und bevor du wirklich nachgedacht hast, bist du schon in einer Bewegung, die du zwei Sekunden später bereust. Zu hastig, zu verkrampft, den Blick zu früh gesenkt. Abends fragst du dich: Bin ich eigentlich so? Verliere ich in solchen Momenten wirklich die Kontrolle?


Diese Frage ist der Anfang von allem. Und sie geht noch einen Schritt weiter. Reagierst du so, weil du so bist? Oder bist du so, weil du dich in diesen Momenten immer wieder gleich verhältst?


Ilias redet mit einem Fussball Profi

Seit 2005 arbeite ich systemisch mit Sportlern, Führungskräften und Unternehmern, in meiner Praxis in Krefeld und online. Ich sage das nicht aus dem Lehrbuch, sondern weil ich es Woche für Woche sehe. Die meisten, die zu mir kommen, sind diszipliniert, hart im Training, mental stabil im Alltag. Und trotzdem stecken sie an genau einer Stelle fest, an der noch mehr Wille allein nicht mehr weiterhilft.


Verhalten lässt sich trainieren

Der wichtigste Satz zuerst: Du bist nicht dein Verhalten. Was du in der entscheidenden Situation tust, ist nicht, wer du bist. Verhalten ist das Ergebnis von Überzeugungen und Glaubenssätzen, die du irgendwann übernommen hast. Oft früh in der Karriere, oft ohne es bewusst zu merken. Sie waren einmal sinnvoll. Die eigentliche Frage ist, ob sie es heute, kurz vor dem Anpfiff, noch sind.


Derselbe Athlet, ein anderes Spielfeld

Beobachte dich einmal über eine ganze Saison. Im Training triffst du neun von zehn Versuchen, locker, ohne nachzudenken. Im Wettkampf unter den Augen von Trainer, Verein und Zuschauern wird aus derselben Bewegung plötzlich ein Kraftakt. In der Kabine bist du der Ruhepol, auf dem Platz im Endspiel wirst du still, zögerlich, auf einmal ganz weit weg von dir selbst.

Das ist kein Widerspruch und kein Makel. Das ist der Kern. Verhalten ändert sich mit dem Kontext, mit dem Druck und mit den Menschen, die dabei sind. Genau dort setzt systemisches Coaching an. Nicht bei dir als Person. Bei dem System aus Erwartung, Rolle und Situation, in dem du dich gerade bewegst.


Was systemisches Coaching im Sport wirklich macht

Systemisches Coaching macht Muster sichtbar. Ich schaue mit dir, wann ein bestimmtes Verhalten auftaucht, wozu es einmal gut war, und ob es dir heute noch dient. Ein Muster, das dich als Nachwuchsspieler geschützt hat, kann dich als gestandenen Profi ausbremsen.

Ich habe mit Torhütern gearbeitet, die nach einem verschossenen Elfmeter monatelang beim nächsten Ball zögerten, statt einfach zu entscheiden. Beim genauen Hinschauen wurde klar: Die Anspannung entstand nicht im Moment selbst. Sie kam aus einer einzigen Szene Jahre zuvor, die nie richtig verarbeitet worden war, und die sich seitdem immer wieder meldete, sobald die Situation ähnlich genug war. Sobald dieses Muster auf dem Tisch lag, war die Frage einfach: Bringt dich das weiter oder hält es dich auf? Was sichtbar wird, lässt sich verändern, und das oft schneller, als du denkst.

Abrufbare Leistung ist kein Talent, das man entweder hat oder nicht hat. Es ist ein Handwerk, das sich trainieren lässt, genauso wie Kraft oder Technik.


Warum System mehr ist als ein Modewort

Das Wort System kommt aus dem Griechischen, systema, das Zusammengesetzte. Als Sohn griechischer Eltern liegt mir dieser Gedanke besonders nah. Kein Athlet existiert für sich allein. Du bewegst dich in einer Mannschaft, einem Verein, einer Trainerbeziehung, einer Familie, die am Spielfeldrand steht. Jede deiner Handlungen löst eine Reaktion bei anderen aus, und deren Reaktion wirkt auf dich zurück.

Deshalb schaue ich im Coaching nie nur auf dich, sondern auf die Wechselwirkung zwischen dir, deiner Rolle im Team und deiner Funktion im Wettkampf. Veränderst du einen Punkt in diesem Geflecht, bewegt sich das Ganze mit. Das ist kein esoterischer Gedanke. Das ist die einfache Mechanik von Leistung unter Beobachtung.


Womit wir arbeiten

Systemisch heißt nicht reden und hoffen. Es gibt einen konkreten Werkzeugkasten. Zirkuläre Fragen, die dich auf Zusammenhänge stoßen, die du selbst nicht siehst. Aufstellungen, mit Personen oder mit Gegenständen auf dem Tisch, die die Dynamik im Team plötzlich greifbar machen. Arbeit mit Zeitlinien, mit Nähe und Distanz zu belastenden Situationen, mit deinen Stärken. Dazu EMDR und EMI, wenn eine einzelne Szene, wie der verschossene Elfmeter, gezielt bearbeitet werden muss, statt nur darüber zu reden.

Welches Werkzeug wir nehmen, hängt von dir und deiner Situation ab. Nicht jede Methode passt zu jedem Sportler, und das ist gut so. Ich bin kein Coach, der jedem dieselbe Übung verordnet, damit es sich nach Programm anfühlt.


Der erste Schritt: eine Situation, eine Woche

Du musst dafür nicht sofort einen Termin machen. Nimm dir eine Trainingswoche und beobachte eine einzige wiederkehrende Reaktion, die dich stört. Die Situation, in der du im Wettkampf immer gleich reagierst, obwohl du im Training genau weißt, wie es anders geht.

Stell dir dann drei Fragen. Wann taucht dieses Muster auf? Wann ist es entstanden, und wozu war es damals gut? Und dient es mir heute, auf diesem Niveau, noch? Mehr braucht es für den Anfang nicht. Die meisten Sportler sind überrascht, wie viel sich allein durch dieses genaue Hinschauen schon verschiebt.


Wann systemisches Coaching passt, und wann nicht

Systemisches Coaching ist stark, wenn du an einem sportlichen Wendepunkt stehst. Beim Wechsel vom Nachwuchs in den Profibereich, nach einer schweren Verletzung, in einer Formkrise, die du dir selbst nicht erklären kannst, oder wenn du plötzlich Kapitän bist und merkst, dass Führen eine andere Sprache spricht als Spielen. Für Leistungssportler und ambitionierte Amateursportler ist es oft genau das richtige Werkzeug.

Es ist nicht das richtige Werkzeug bei schweren psychischen Erkrankungen wie Depression oder Sucht. Dann gehörst du zu einem Arzt oder Psychotherapeuten, und das sage ich dir dann auch ehrlich, ohne Umwege. Und es funktioniert nur, wenn du bereit bist, Verantwortung für deine eigene Leistung zu übernehmen. Eine Lösung, die von außen über dich kommt, kann ich dir nicht versprechen. Eine, die du selbst findest und die dann wirklich zu dir und deinem Sport passt, schon.



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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen systemischem Coaching und Therapie? Therapie behandelt Krankheiten und arbeitet oft an der Vergangenheit. Systemisches Coaching arbeitet mit gesunden, belastbaren Menschen an konkreten Themen im Hier und Jetzt, an Mustern, Rollen und Entscheidungen. Bei klinischen Themen verweise ich dich an einen Arzt oder Psychotherapeuten.


Wie viele Sitzungen brauche ich als Sportler? Weniger, als die meisten denken. Ich arbeite als Kurzzeitcoach. Wir klären dein Muster, du bekommst einen klaren nächsten Schritt für Training und Wettkampf, und weitere Sitzungen buchst du nur, wenn du sie willst. Keine Pakete, keine Verpflichtung.


Für wen ist systemisches Coaching geeignet? Für Sportler, die im Training funktionieren und im Wettkampf feststecken. Für Führungskräfte und Selbstständige, die nach außen stark sind und innerlich an einem Punkt nicht weiterkommen. Für alle, die vor einer Entscheidung oder an einem Wendepunkt stehen. Vorerfahrung mit Coaching brauchst du keine.

 
 
 

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