Vermutlich kennt jeder von uns den Moment, an dem es Zeit war einen oder auch mehrere gute Vorsätze zu fassen. Gute Vorsätze geben Kraft, verleihen ein gutes Gefühl und auch Hoffnung. Der Entschluss zu einer Diät, mehr körperlicher Betätigung, aber auch Verhaltensweisen zu „optimieren“ werden am meisten genannt. Oftmals findet dies an einem „Tiefpunkt“ oder einer „so geht das nicht weiter“ Erkenntnis statt. Alleine die Tatsache, dass der Entschluss gefasst wird etwas zu ändern, sorgt unmittelbar für Erleichterung und Kontrolle.

Warum zu kleine Vorgaben und Ziele, wenn analog zur Größe eines Vorhabens auch das Wohlgefühl steigt?!

Je größer, desto besser! (oftmals auch die Enttäuschung)

Eine Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und auch einen Rand. Nur wenn wir die Medaille auf den Rand stellen, gelangen wir in den Genuss beide Seiten betrachten zu können. Die Kehrseite der Medaille zeigt uns, dass gute Vorsätze und das Versprechen der Änderung wertlos sind, wenn sie nicht detailliert und realistisch geplant sind. Das anfänglich trügerische Kraftgefühl schwindet im Moment der ersten Enttäuschung oder des ersten „Fehlgriffes“. Scham, Schuldgefühle und auch das Gefühl „versagt“ zu haben können sich breit machen und damit alle guten Vorsätze vernichten. Gehe zurück auf Start und alles fängt von vorne an. Von Mal zu Mal leidet das Selbstwertgefühl und die Hoffnung schwindet.

Wie kann es dazu kommen? Wie genau sieht die böse Falle aus?

Es wird die falsche Strategie und Vorgehensweise gewählt – von Anfang an! Bleiben wir beim Beispiel der körperlichen Betätigung. Als Mittfünfziger und jahrzehntelanger Sportabstinenz, ist es löblich seine sportlichen Aktivitäten zu reanimieren. Wenn die hervorgekramten Laufschuhe noch den Namen „Roadrunner“ tragen, macht es Sinn sein Vorhaben mit Bedacht und einem Blick für die Realität zu planen. Hier ist der gute Vorsatz beispielsweise im neuen Jahr einen Marathon zu laufen, sicher eine Einladung zur Enttäuschung. Das was hier fehlt, ist das Fundament, die Basis. Unser Sportler sollte darauf bedacht sein, im ersten Step eine Grundkondition aufzubauen.

Wie kann eine Vorgehensweise aussehen, die den guten Vorsatz auch zum anvisierten Ziel führt? Ermitteln Sie Ihren Status Quo!

Wo stehen Sie gerade physisch, seelisch, mental? Was genau hat Sie dazu veranlasst einen guten Vorsatz zu fassen? Was konkret wollen Sie zum Positiven ändern?

Planen Sie aktionsorientiert statt ergebnisorientiert!

Ergebnisse werden oftmals von weiteren Umständen/Beteiligten begleitet und können sich Ihrem Einfluss entziehen. Aktionen unterliegen ihrer Kontrolle. Sie bestimmen wann, wie, wie oft Sie aktiv werden und sie konzentrieren sich auf die Schritte, die Sie zu Ihrem Ziel führen. Je konkreter Sie Ihre Vorgehensweise planen, desto größer die Chance ihr Unterfangen auch erfolgreich umzusetzen. Aktionsorientiertes Vorgehen gibt Ihnen genau vor was zu tun/unterlassen ist.

Erstellen Sie eine Checkliste und ein Feedbackinstrument!

Wie sehen meine Tages-, Wochenaktionen aus? Wer kann mich unterstützen, wer/was gibt mir wann Feedback zu meinen Aktivitäten?

Erstellen Sie einen Notfallplan!

Kontrastieren Sie, malen sie sich aus was genau schief gehen kann, welche Störung eintreten kann und wie Sie diese meistern. Misserfolge und Fehlschläge gehören dazu. Sehen Sie diese nicht als Fehler, sondern als Erfahrung, die sie sich zu Nutze machen können. Auch hier gilt, je konkreter die Vorstellung und Beschreibung Ihrer Bewältigungsstrategie, desto größer die Erfolgsaussichten.

Erfolgskontrolle!

Um die Qualität der Erfolgskontrolle zu gewährleisten, ist es unabdingbar, im Vorfeld konkret und eindeutig Kriterien, Indikatoren und Instrumente festzulegen. Wo wollen Sie hin? Was wollen Sie erreichen? Wie wollen Sie es erreichen? Woran werden Sie feststellen, dass Sie es erreicht haben?

Gute Vorsätze sind wichtig und geben uns einen Hinweis darauf, dass unser „Alarmsystem“ funktioniert. Wertvoll werden gute Vorsätze erst durch eine realistische, detaillierte und konkrete Planung. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei!

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen! (Aristoteles)

Über die böse Falle der guten Vorsätze

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